Baeli Gute Nacht Geschichte Teil 2…

…oder: Baeli, Linus und Joschi finden eine neue Freundin.

Die Tage am Riff waren manchmal ganz kurz, weil es so viel zu Entdecken gab. Manchmal aber wollten die Tage auch einfach nicht vorankommen. Das waren die Tage, an denen es Mama und Papa nicht erlaubten, das Riff zu verlassen. Das kam manchmal vor, wenn es einen Sturm gab oder viele Menschenboote unterwegs waren. An einem dieser laaangen Tage durften sich die drei Freunde trotzdem treffen und auch so weit nach draußen, wie Mama und Papa Delfin sie noch sehen konnten. Zum Glück wussten die drei ganz genau, wie sie trotzdem ein Bisschen schummeln konnten: wenn sie sich in die richtige Richtung bewegten gab es eine kleine Wasserspiegelung an den Glitzersteinen, sodass man denken könnte, sie wären noch da. Von dieser Stelle aus konnten sie wahnsinnig weit sehen und fast den ganzen ihnen bekannten Meeresboden überblicken.

Sie schauten an diesem langen Tag über ihren Meeresboden, Joschi kratze sich gelangweilt an der Nase, Linus schob Steine mit den Flossen hin und her als sie plötzlich einen hellen Blitz am Horizont sahen.

„Was war das denn?“

Fragte Baeli ängstlich. Joschi blieb ganz ruhig und dachte sich, dass es doch eh ein Gewitter geben soll, das hatte Mama gesagt. Deswegen müssen wir uns ja hier am Riff langweilen. Doch plötzlich gab es noch einen hellen Blitz, diesmal viel näher! Und der Blitz sah eigentlich auch nicht aus, wie ein Blitz. Es war eher ein Lichtpunkt, der sich schnell von oben nach unten bewegte. Nun wurden alle drei unruhig und waren sich nicht sicher, ob sie bleiben oder lieber schnell nach Hause flitzen sollten. Am mutigsten war jetzt Linus – er hatte, seit die drei Freunde waren, so viel Mut bekommen, wie kein anderes Seepferdchen!

„Kommt, lasst uns nachsehen, was das ist!“

Sagte Linus leise und schob Baeli ein bisschen vor sich her. Er war zwar das mutigste Seepferdchen, hatte aber trotzdem ein mulmiges Gefühl.

„Ich weiß nicht, ob das so eine gute Idee ist. Letzte Woche in der Meeresschuhe haben wir etwas über Laternenfische gelernt, die sind super gefährlich!“

Sagte Joschi. Trotzdem konnten sie einfach nicht anders. Die drei Entdecker schwammen vorsichtig und in der Deckung des Riffs ein wenig näher an das auf- und ab-wackelnde Licht. Zum Glück war das Gewitter heute nicht stark, so konnten sie schnell schwimmen. Als sie näher kamen sahen sie lange, dünne Fäden um sich herum. Was konnte das sein? Plötzlich sagte Baeli laut:

„Autsch!“

Die Fäden hatten ihre Haut berührt und gaben ihr einen kleinen Stromschlag. Eigentlich sollten sie nun lieber umkehren aber sie waren so nah am Licht, dass sie die Spannung kaum aushalten konnten. Plötzlich hörten sie ein leises Kichern. Was war das?

„Ihr müsst ein bisschen besser aufpassen, ich kann nicht immer alle meine Fäden kontrollieren“

Sagte eine leise Stimme. Dann sahen sie es: das Licht war gar kein Blitz und auch kein Laternenfisch, sondern eine kleine, wackelnde Leuchtqualle Die Kleine wackelte auf und ab und blitzte hell auf, wenn sie nach oben wackelte – das war also der Blitz, den die drei gesehen hatten!

„Ich bin Leni, wer seid ihr denn? Ich habe euch hier noch nie gesehen. Aber eigentlich habe ich auch noch nie andere Meereskinder gesehen“

Sagte sie traurig. Sie erklärte kurz, dass ihre Eltern sie nicht gern draußen spielen lassen, weil sie ihre Fäden nicht immer kontrollieren konnte und keinem wehtun sollte.

„Ach, das war doch gar nicht schlimm. Hat auch nicht wehgetan! Wir sind Linus, Joschi und ich bin Baeli. Wir spielen gern mit dir!“

Leni war überglücklich, genau wie die drei anderen Meereskinder. Von nun an waren die drei Freunde zu viert und wir sind gespannt auf die nächsten Abenteuer. Nach diesem langen Tag vielen aber alle vier erstmal erschöpft ins Bett und schliefen so schnell ein, dass sie nicht mal ihre Gute Nacht Geschichte ganz bis zum Ende gehört haben.

Hinterlasse einen Kommentar

Baeli Tipp

Nachhaltig, praktisch, schön. Das ist baeli.