Aufwachsen mit Haustier

In unserem Fall geht es heute um Aufwachsen mit Hund.

Mein Mann und ich haben schon länger mit dem Gedanken gespielt, uns einen Fell-Mitbewohner zu holen und die Überlegungen wurden noch konkreter, als ich schwanger wurde. Wir fanden die Vorstellung immer superschön, dass Joschua zusammen mit einem Tier aufwächst, das dann irgendwann sein bester Freund wird und ihm auf der einen Seite Liebe und Zuwendung schenkt und auf der anderen Seite von Beginn an eine Verantwortung mitbringt.

Als ich ungefähr im 4. Monat schwanger war kamen wir dann auf die Idee, uns doch mal einen Hundewurf anzusehen. Wir haben dann erst lange das Internet nach dem „richtigen“ Familienhund durchforstet und sind zum Schluss gekommen, dass ein Beagle gut zu uns passen würde: nicht zu groß, viel draußen unterwegs und superlieb zu Kindern. Außerdem nehmen Beagle einem Kind nicht übel, wenn es mal etwas tollpatschig mit ihnen ist. Worte wie „stur“ und „haart viel“ haben wir vor lauter Beagle-Welpen-Bildern einfach überlesen. Ich kann euch eins sagen: kommt niemals auf die Idee, euch schwanger einen Welpenwurf anzusehen! Die Hormone übermannten mich quasi direkt und ich hätte am liebsten sofort einen mit nach Hause genommen. Zum Glück ist mein Mann da ein Bisschen besonnener. Wir haben am Ende des Termins aber trotzdem zugesagt, den letzten Beagle zu uns zu nehmen, wollten aber erst nochmal nach Hause fahren und eine Nacht darüber schlafen. Bereits auf dem Heimweg haben wir uns Hundenamen überlegt und haben den Kleinen „Charlie“ als Kurzform von Charles Xavier (ja, der aus X-Man) und es war im Prinzip klar, dass wir Charlie adoptieren.

4 Wochen später haben wir Charlie dann abgeholt, nachdem wir uns und unser Haus auf ihn vorbereitet hatten. Dachten wir zumindest. Niemals hätte ich mir vorstellen können, dass ein so süßes Wesen so anstrengend sein kann. Zwickend und pinkelnd haben wir die erste Zeit verbracht und ich habe – hochschwanger, wie ich dann schon war – regelmäßig heulend meinen Mann angerufen, weil ich mit Charlie allein zu Hause und überfordert war. Wir sind dann in die Welpenschule gegangen, damit der kleine Beagle auch bereit fürs Baby ist (ich habe meist nur zugeschaut, weil ich ja den Bauch vor mir hergetragen habe, mein Mann hat dafür fleißig trainiert).

Als dann im Juli Joschua zur Welt kam (wir haben eine Hundepatin, die sich um Charlie kümmert, wenn wir nicht da sind und so auch während der Entbindung) und wir nach ein paar Tagen nach Hause kamen, war alle Anstrengung von vorher wie vergessen. Charlie war superneugierig auf das kleine Wesen aber hat von Anfang an gewusst, wo seine Grenze ist. Natürlich können wir ein Baby und einen Hund nicht allein in einem Raum lassen, aber Joschi hat sowieso die meiste Zeit bei mir in der Trage verbracht.

Seit Joschi etwa 8 Monate alt ist, interessiert er sich auch tatsächlich für Charlie. Er fasst ihn an, greift ins Fell und spielt mit ihm. Charlie ist sehr geduldig mit ihm und, seit Charlie etwas älter ist, ist er auch viel ruhiger geworden. Jetzt ist Joschi schon 2 Jahre alt und Charlie 2,5 und die beiden spielen Fangen miteinander, Joschi darf (fast) alles mit Charlie machen und hat auch schonmal die Leine gehalten. Es ist total schön, die beiden wachsen zu sehen und vor allem zu sehen, wie sich der Umgang der beiden miteinander entwickelt.

Ich bin mir sicher, dass die beiden beste Buddies werden, so, wie wir es gehofft hatten. Ein Tier mit einem Kind aufwachsen zu lassen finde ich sehr schön und finde es total schade, wie viele Kinder große Angst vor Hunden haben. Wir treffen hier bei jedem Spaziergang verängstigte Kinder, die nicht mal am Hund vorbeigehen können und das ist doch enorm schade. Wir lassen Charlie nie an fremde Kinder gehen, erlauben aber, dass Kinder ihn unter unserer Aufsicht streicheln, wenn sie darum bitten und nichts dagegen spricht.

Ich kann euch nur ans Herz legen, euer Kind im Umfeld eines Tieres aufwachsen zu lassen, wenn keine Allergien oder so dagegensprechen. Es muss nicht immer ein eigenes Tier sein, es kann ja auch ein Haustier bei Freunden sein.

Wie ist das bei euch? Lasst ihr eure Kinder mit anderen Tieren spielen oder habt ihr sogar selbst ein Haustier?

Viele liebe Grüße

Julia von baeli

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